Ausgabe 52 (6/2007)

Review: NECROTIC FLESH - Gore Gourmet (MDD/Twilight)

"Postmortem Pleasures" war ein gutes Death Metal-Album, das sich vor der internationalen Konkurenz nicht zu verstecken brauchte. Ähnlich verhält es sich auch mit "Gore Gourmet", wenngleich dieses zweite Album einen Hauch weniger gelungen ist. Woran das liegt? Die Songs sind einen Tacken weniger interessant, die Riffs eine Winzigkeit weniger originell, die Durchschlagskraft einen Mikrometer weniger vernichtend. Dabei hat sich an der musikalischen Ausrichtung gar nicht großartig etwas verändert, Bolt Thrower stehen immer noch Pate für einen Großteil der Stücke. Die chaotische "In Battle there is no Law"-Schlagseite weicht auf "Gore Gourmet" häufig einem schleifenden "War Master"-Einfluss, was eine gelungene Auflockerung darstellt. Für Dynamikwechsel haben Necrotic Flesh ein Gespür, keine Frage. Der abwechlungsreiche Gesang gibt der Musik das gewisse Etwas, und die eingestreuten Samples lockern alles ein wenig auf. Die Texte und das damit verbundene Artwork sind wie gehabt ziemlich blutig - der Titel impliziert dies bereits - und das Cover unterliegt sogar einer freiwilligen Selbstzensur, obwohl seine nekrophile Erotik in der Ausführung durchaus ästhetisch und nur am Rande abstoßend ist. Songtitel wie "Buried in Excrements" oder "More Sperm More Blood" lassen diese Ästhetik jedoch vermissen und erinnern mehr an rumpelnde Porn Grind-Combos oder infantile Spätwerke von Autopsy. Ob das sein muss, sei mal dahingestellt. Musikalisch ist die Band von solchen Kindereien jedoch meilenweit entfernt und liefert reifen und symphatischen Death Metal ab, der in dieser Form leider wohl viel zu selten in der heutigen Szene vorkommt. (MAW)

10 Punkte

 

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